Thanks, NATO. Hier aktuelle Manipulationpreise für „Social“ Media 

Social-Media-Manager mit quantitativen Zielen, aufgepasst, hier kommt die Preisliste für garantierten Erfolg. Es ist eine Preisliste für Social-Media-Manipulation. Sie wird geliefert von der NATO. Kein Scherz.

Was hat die NATO mit Social Media zu tun?

„Im Netz“ geschehe dies, die „Netzgemeinde“ sage jenes. Wie oft hat jeder von uns schon solche Verweise in der Presse gelesen und im TV gehört? Im „Netz“ wird Politik gemacht, mit „dem Netz“ wird Politik gemacht und „das Netz“ beeinflusst Politik. In demokratisch verfassten Gesellschaften ist dieser Einfluss schon jetzt immens. Und er wird sogar noch weiterwachsen.

Der Grund ist, dass Redaktionen mangels Einnahmen immer seltener fürs Recherchieren bezahlt werden können. Wer als Journalist dafür, seine Aufgabe, keine Zeit mehr hat, der schreibt gern mal eben zur Nachricht um, was Greta, Deutsche Bahn und tausend Unbekannte so miteinander zwitschern. Wie politisch wirkmächtig das Abschreiben aus „dem Netz“ inzwischen ist, zeigt nicht zuletzt auch die ganze Debatte um #Hass.

Social-Media-Manipulation: Kriege beginnen im Kopf

Nicht nur Putin, auch die NATO weiß: „das Netz“ ist das perfekte Instrument für Desinformation und Propaganda, ja für die Desintegration ganzer Gesellschaften – kurz für Kriegführung, was keine Übertreibung ist.

Denn „Kriege beginnen im Kopf und dort muss der Frieden verteidigt werden“ (UNESCO Präambel, 1946). Also hat die NATO STRATCOM gegründet. Das „Strategic Communications Centre of Excellence“ hat seinen Sitz in Riga, Lettland. Von dort kommt nun eine wertvolle Studie – (vielen Dank an Gründerszene für den Hinweis).

#RealMoney #FakeAccounts #FakeLikes #FakeSuccess – willkommen „im Netz“

In einem Experiment hat man Kosten und Erfolg von MSPs untersucht und liefert harte Zahlen. MSP – nie gehört? Es handelt sich um „Manipulation Service Provider“, die unter anderem Likes in Facebook etc. kaufen. STRATCOM beauftragte 11 russische, 1 polnischen, 1 deutschen, 1 französischen und 1 italienischen MSP die gängigen US-amerikanischen Social-Media-Plattformen anzugreifen. Hier die Kurzergebnisse des Experimentes.

Manipulation leicht gemacht: „Mit 300 Euro kauften wir 3.530 Comments, 25.750 Likes, 20.000 Views und 5.100 Follower”

Ein riesiger digitaler „Erfolg” – für läppische 300 Euro. So einfach ist es, Erfolg „in Social“ zu kaufen. Was bedeutet das für die Erfolgsnachweise in Social Media? Sie sind unzuverlässig und wertlos, wenn sie nicht durch Daten aus der Domäne des Auftraggebers bestätigt werden. Dazu müssen die Daten nur verknüpft werden (kümmern wir uns drum).

Hier die Einkaufsliste von STRATCOM – mit Effizienz-Empfehlungen :-)!

Manipulation in „Social“ – ein Riesengeschäft

Im Rahmen des Experimentes identifiziert STRATCOM insgesamt 18.739 „nicht authentische Accounts“.
Diese Armee trat an, um 300 Euro abzuwickeln. Das macht 1,6 Cent Refinanzierung pro Account. Bei null Euro Grenzkosten ist das für die MSPs immer noch ein gutes Geschäft. Wie viele es wohl gibt?

Es gibt keine öffentlichen Daten über das tatsächliche Ausmaß des Manipulationsgeschäftes in Social Media. Es gibt aber die von der EU eingeforderten Antworten der US-Plattformen zu ihren Löschaktivitäten.

  • Google: berichtete im Juni 2019 dem „EU-Aktionsplan gegen Desinformation“ eine Zahl von 3,39 Millionen gelöschten YouTube-Accounts
  • Facebook: berichtete demselben Programm von 2,19 Milliarden (!!!) gelöschten Accounts im ersten Quartal 2019 .
  • Twitter: berichtete von 77 Millionen gelöschten Accounts
  • Instagram: der von Facebook ehemals aufgekaufte Konkurrent berichtete: Nichts

Instagram ist der Manipulateure liebstes Kind

„Instagram was largely unable to detect and counter any manipulation.“ Nirgendwo sonst lässt sich so leicht, so billig und so effizient manipulieren wie auf Instagram. Nirgendwo sonst gibt es derart viele Fake Accounts, nirgendwo sonst können sie derart unbehelligt ihr Werk verrichten.

Eine Abwehrschlacht findet kaum statt

Die Betreiber von „Social“ Media-Plattformen sind verantwortlich für den Missbrauch ihrer eigenen Plattformen. Sie müssen eigentlich abwehren. Wer sich aber die folgenden Zahlen anschaut, muss feststellen: diese Abwehr findet kaum statt.

Fazit: Unter heutigen Rahmenbedingungen ist eine erfolgreiche Abwehr der Social-Media-Manipulation völlig aussichtlos. #regulate